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Übermalte Fotografie
80 x 60 cm
2023
„Typo-girl light“ zeigt ein frontal komponiertes Porträt, das wie ein hochpoliertes Kampagnenmotiv beginnt – und sich im selben Moment selbst unterbricht. Über das Gesicht legen sich typografische Fragmente, Zahlen, Raster und geometrische Flächen wie Layout-Ebenen aus Werbung und Mode: Headlines, Codes, Bildmasken, Korrekturflächen. Das Porträt wirkt wie ein Visual, das zu oft gedruckt, gecroppt, neu platziert und für verschiedene Kanäle optimiert wurde.
Die Farbwelt bleibt bewusst reduziert: Weiß-, Grau- und Schwarztöne dominieren, akzentuiert durch Türkis und warme Sepia-Spuren – wie Farbkorrektur, Print-Anmutung, Markenfarbtests. Die Oberfläche wirkt geschichtet und glitchartig: ein Bild zwischen „perfekter Präsentation“ und sichtbarer Störung. Gerade dadurch entsteht die zentrale Spannung: Werbebild und Abrieb, Glamour und Überlagerung, Blick und Blockade.
„Typo-girl light“ ist eine Arbeit über Oberfläche als Machtstruktur. Boehm spiegelt seine frühere Welt aus Werbung und Mode nicht als Stilzitat, sondern als kritische Rekonstruktion ihrer Bildlogik: Das Gesicht wird zur Trägerfläche, die von Zeichen übercodiert wird. Was in Kampagnen sonst unsichtbar bleibt – die Mechanik der Bewertung, die Regeln der Sichtbarkeit, die Ästhetik der Ware – wird hier zum Inhalt.
Das Porträt erscheint nicht „hinter“ Typografie und Grafik, sondern in ihnen: Identität wird als ein System aus Branding, Labels und messbaren Signalen erfahrbar. Boehm zeigt die Konsumwelt nicht durch moralischen Kommentar, sondern durch ein präzises Nachbauen ihrer Sprache: Schrift als Filter, Raster als Kontrolle, Design als Bewertung.
Und dann: die Augen. Klar, direkt, präsent. Sie halten dem Bildapparat stand – wie ein Rest von Persönlichkeit, der sich nicht vollständig in Kategorisierung und Konsumlesbarkeit auflösen lässt. Genau hier liegt die Ironie: Das Porträt bietet das, was Werbung verspricht (Nähe, Anziehung, Identifikation) – und entlarvt gleichzeitig die Bedingungen, unter denen diese Versprechen entstehen.
Formal bewegt sich die Arbeit zwischen typografischer Avantgarde, Fotomontage und zeitgenössischen Strategien der Medienkritik. Boehm verknüpft die visuelle Sprache von Plakat, Editorial-Design und urbaner Oberflächenästhetik mit einer konzeptuellen Frage: Wie wird der Mensch im öffentlichen Raum gelesen? In der Tradition von Pop- und Post-Pop-Positionen wird das „Werbebild“ nicht abgelehnt, sondern als System sichtbar gemacht.
Boehms Handschrift zeigt sich in der kontrollierten Verdichtung: Fotografie, Typografie, Raster und malerische Eingriffe sind nicht Collage um der Effekte willen, sondern präzise komponiert. „Typo-girl light“ wirkt aus der Distanz wie ein ikonisches Porträt – und offenbart aus der Nähe eine komplexe Oberfläche, in der Bedeutung schichtweise entsteht. Das ist die Stärke: Klarheit im Motiv, Unruhe in der Struktur.
Das Werk ist sammlungsrelevant, weil es ein hochaktuelles Thema mit starker visueller Präsenz verbindet: Identität im Zeitalter von Konsum, Image und Überinformation. Es eignet sich für Sammler und Institutionen, die sich für Medienästhetik, Mode-/Werbecodes und zeitgenössische Porträtstrategien interessieren.
Im Raum wirkt „Typo-girl light“ zugleich kühl und intensiv – strukturiert wie ein Designobjekt, aber psychologisch aufgeladen durch den Blick: ein Bild, das nicht dekoriert, sondern kommentiert.
Olli Boehm verbindet digitale Fotografie mit Mixed-Media-Interventionen zu vielschichtigen Bildräumen, in denen Realität, Erinnerung und Atmosphäre ineinander greifen. Seine Arbeiten verdichten urbane und menschliche Situationen zu visuellen Metaphern – zwischen Unschärfe, Textur und präziser Komposition.
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Erhaltungszustand; sichtbare Mängel sind nicht feststellbar. Ein ausführlicher Zustandsbericht wird auf Wunsch bereitgestellt.
Erhaltungszustand; sichtbare Mängel sind nicht feststellbar. Ein ausführlicher Zustandsbericht wird auf Wunsch bereitgestellt.

Übermalte Fotografie
80 x 60 cm
2023
„Typo-girl light“ zeigt ein frontal komponiertes Porträt, das wie ein hochpoliertes Kampagnenmotiv beginnt – und sich im selben Moment selbst unterbricht. Über das Gesicht legen sich typografische Fragmente, Zahlen, Raster und geometrische Flächen wie Layout-Ebenen aus Werbung und Mode: Headlines, Codes, Bildmasken, Korrekturflächen. Das Porträt wirkt wie ein Visual, das zu oft gedruckt, gecroppt, neu platziert und für verschiedene Kanäle optimiert wurde.
Die Farbwelt bleibt bewusst reduziert: Weiß-, Grau- und Schwarztöne dominieren, akzentuiert durch Türkis und warme Sepia-Spuren – wie Farbkorrektur, Print-Anmutung, Markenfarbtests. Die Oberfläche wirkt geschichtet und glitchartig: ein Bild zwischen „perfekter Präsentation“ und sichtbarer Störung. Gerade dadurch entsteht die zentrale Spannung: Werbebild und Abrieb, Glamour und Überlagerung, Blick und Blockade.
„Typo-girl light“ ist eine Arbeit über Oberfläche als Machtstruktur. Boehm spiegelt seine frühere Welt aus Werbung und Mode nicht als Stilzitat, sondern als kritische Rekonstruktion ihrer Bildlogik: Das Gesicht wird zur Trägerfläche, die von Zeichen übercodiert wird. Was in Kampagnen sonst unsichtbar bleibt – die Mechanik der Bewertung, die Regeln der Sichtbarkeit, die Ästhetik der Ware – wird hier zum Inhalt.
Das Porträt erscheint nicht „hinter“ Typografie und Grafik, sondern in ihnen: Identität wird als ein System aus Branding, Labels und messbaren Signalen erfahrbar. Boehm zeigt die Konsumwelt nicht durch moralischen Kommentar, sondern durch ein präzises Nachbauen ihrer Sprache: Schrift als Filter, Raster als Kontrolle, Design als Bewertung.
Und dann: die Augen. Klar, direkt, präsent. Sie halten dem Bildapparat stand – wie ein Rest von Persönlichkeit, der sich nicht vollständig in Kategorisierung und Konsumlesbarkeit auflösen lässt. Genau hier liegt die Ironie: Das Porträt bietet das, was Werbung verspricht (Nähe, Anziehung, Identifikation) – und entlarvt gleichzeitig die Bedingungen, unter denen diese Versprechen entstehen.
Formal bewegt sich die Arbeit zwischen typografischer Avantgarde, Fotomontage und zeitgenössischen Strategien der Medienkritik. Boehm verknüpft die visuelle Sprache von Plakat, Editorial-Design und urbaner Oberflächenästhetik mit einer konzeptuellen Frage: Wie wird der Mensch im öffentlichen Raum gelesen? In der Tradition von Pop- und Post-Pop-Positionen wird das „Werbebild“ nicht abgelehnt, sondern als System sichtbar gemacht.
Boehms Handschrift zeigt sich in der kontrollierten Verdichtung: Fotografie, Typografie, Raster und malerische Eingriffe sind nicht Collage um der Effekte willen, sondern präzise komponiert. „Typo-girl light“ wirkt aus der Distanz wie ein ikonisches Porträt – und offenbart aus der Nähe eine komplexe Oberfläche, in der Bedeutung schichtweise entsteht. Das ist die Stärke: Klarheit im Motiv, Unruhe in der Struktur.
Das Werk ist sammlungsrelevant, weil es ein hochaktuelles Thema mit starker visueller Präsenz verbindet: Identität im Zeitalter von Konsum, Image und Überinformation. Es eignet sich für Sammler und Institutionen, die sich für Medienästhetik, Mode-/Werbecodes und zeitgenössische Porträtstrategien interessieren.
Im Raum wirkt „Typo-girl light“ zugleich kühl und intensiv – strukturiert wie ein Designobjekt, aber psychologisch aufgeladen durch den Blick: ein Bild, das nicht dekoriert, sondern kommentiert.
Olli Boehm verbindet digitale Fotografie mit Mixed-Media-Interventionen zu vielschichtigen Bildräumen, in denen Realität, Erinnerung und Atmosphäre ineinander greifen. Seine Arbeiten verdichten urbane und menschliche Situationen zu visuellen Metaphern – zwischen Unschärfe, Textur und präziser Komposition.
Erhaltungszustand; sichtbare Mängel sind nicht feststellbar. Ein ausführlicher Zustandsbericht wird auf Wunsch bereitgestellt.
Erhaltungszustand; sichtbare Mängel sind nicht feststellbar. Ein ausführlicher Zustandsbericht wird auf Wunsch bereitgestellt.
Erhaltungszustand; sichtbare Mängel sind nicht feststellbar. Ein ausführlicher Zustandsbericht wird auf Wunsch bereitgestellt.
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