
Maßstabsgetreu, gehängt auf 150 cm Mittelachse · Person 175 cm · Sofa 210 cm
- Jahr
- 2023
- Technik
- Übermalte Fotografie auf Leinwand
- Format
- 160 x 120 cm
- Kategorie
- Fotografie & Mixed Media
- Werk-Nr.
- FA-113
In the mirror
2.200,00 € inkl. MwSt.
Im Zentrum des Werkes steht die Frage nach Selbstwahrnehmung und Distanz.
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- Persönliche Beratung durch die Kuration
Visuelle Beschreibung
„In Mirror“ zeigt eine stark verschwommene, sepiafarbene Szene, die an eine Spiegelaufnahme erinnert. Eine menschliche Silhouette tritt schemenhaft hervor, während ein runder Spiegel oder eine kreisförmige Struktur im Hintergrund sichtbar wird. Dunkle Linien – fast wie zufällige Kratzer oder zeichnerische Interventionen – durchziehen die Bildfläche.
Die Farbigkeit ist reduziert und warm: Ocker, Braun, Beige dominieren. Die Körnung und Unschärfe erzeugen eine fast analoge, nostalgische Atmosphäre. Das Motiv wirkt nicht dokumentarisch, sondern wie eine Erinnerung – unscharf, verschoben, emotional aufgeladen.
Künstlerische Interpretation
Im Zentrum des Werkes steht die Frage nach Selbstwahrnehmung und Distanz. Der Spiegel fungiert als symbolischer Raum – nicht als klares Reflexionsinstrument, sondern als Filter. Das Subjekt erscheint nicht eindeutig greifbar. Identität wird nicht bestätigt, sondern aufgelöst.
Die Unschärfe ist hier kein technischer Zufall, sondern konzeptuelles Mittel.
Sie verweist auf Erinnerung als brüchigen Prozess. Was wir sehen, ist weniger ein Abbild als eine Projektion – ein Zustand zwischen Präsenz und Entzug.
Die dunklen Linien wirken wie Eingriffe in die Oberfläche, als würde das Bild selbst hinterfragt oder durchkreuzt. „In Mirror“ ist kein Porträt, sondern eine Untersuchung des Blicks auf das eigene Selbst.
Kunsthistorischer Bezug
Formal bewegt sich das Werk zwischen experimenteller Fotografie, malerischer Überarbeitung und konzeptueller Bilddeutung. Die starke Unschärfe knüpft an fotografische Strategien an, die Realität nicht abbilden, sondern atmosphärisch transformieren.
Inhaltlich steht das Werk in einer zeitgenössischen Tradition, die Identität als fluid und fragmentiert versteht. Der Spiegel als Motiv ist kunsthistorisch aufgeladen – hier jedoch wird er nicht zur Bestätigung, sondern zur Verunsicherung genutzt.
Exklusivität
„In the mirror“ entzieht dem Spiegel seine klassische Funktion: Statt Selbstvergewisserung entsteht ein Bild der Unschärfe. Die warme Sepiapalette, das analog wirkende Korn und die zeichnerischen Eingriffe verbinden sich zu einer Oberfläche, die zugleich fotografisch und malerisch ist. Im Großformat von 160 × 120 cm entfaltet das Unikat eine stille, unverwechselbare Präsenz – gerade weil es den Blick nicht auflöst, sondern hält.
Innerhalb der Werkgruppe „Fragile Identitäten“ verhandelt diese Arbeit das Thema Selbstbild am unmittelbarsten: ohne Typografie, ohne Farbakzent, allein mit Licht, Korn und Linie.
Sammlerwert
Dieses Werk eignet sich besonders für Sammler, die sich mit Themen wie Identität, Erinnerung und Wahrnehmung auseinandersetzen.
Im Raum wirkt „In Mirror“ meditativ und introspektiv. Es erzeugt Nähe und Distanz zugleich – ein Bild, das weniger zeigt, als es andeutet.
Mehr über die Künstlerin / den Künstler
Olli Boehm verbindet digitale Fotografie mit Mixed-Media-Interventionen zu vielschichtigen Bildräumen, in denen Realität, Erinnerung und Atmosphäre ineinander greifen. Seine Arbeiten verdichten urbane und menschliche Situationen zu visuellen Metaphern – zwischen Unschärfe, Textur und präziser Komposition.
Zustandsbericht
Erhaltungszustand; sichtbare Mängel sind nicht feststellbar. Ein ausführlicher Zustandsbericht wird auf Wunsch bereitgestellt.







